HSV macht nur das Nötigste in der “klisterfreien Zone”

Quelle: Homepage HSV Naumburg-Stößen

Burg/Unterkaka. Damit Handballer ihr Spielgerät im wahrsten Sinne des Wortes besser in den Griff bekommen, verwenden sie ein spezielles Wachs: Klister wird dieses Haftmittel oft genannt. Doch die Sporthalle am Platz des Friedens in Burg ist vom Betreiber zur klisterfreien Zone erklärt worden. Und deshalb hatten die Männer des HSV Naumburg-Stößen am Sonnabend dort in ihrem Landespokalspiel gegen die SG Fortschritt auch eine Menge Anlaufprobleme.
Die zwei Klassen tiefer als die Burgenländer spielenden Gastgeber (sie sind Dritter der 1. Nordliga) zeigten das, was sie als krasser Außenseiter in die Waagschale zu werfen hatten: eine starke kämpferische Leistung. Doch noch mehr als mit den engagiert auftretenden Burgern hatte der HSV mit dem ungewohnt glatten Ball zu kämpfen. “Da gab es nicht das kleinste Schlupfloch. Er ließ sich nicht mal ein wenig eindrücken, dass man ihn besser unter Kontrolle hätte bringen können”, berichtet Gästetrainerin Ines Seidler. Aus diesem Grund ließ sie ihren Regisseur Marcel Kilz (“Er kam damit überhaupt nicht klar.”) ab der 10. Minute auf der Bank. Und Marcus Deibicht, der für Kilz in die Zentrale gerückt war, meinte: “Ich habe es mal mit einem Dreher probiert, aber der Ball ging fast ins Seitenaus.” Am Ende nahm es der Favorit, der ohne Jan Schindler (Kniescheibenbruch), Sebastian Fende (arbeitsbedingt) und Steffen Baumgart (Rotsperre) angetreten war, mit Galgenhumor. Wahrscheinlich auch, weil er sich mit 28:21 (14:9) ungefährdet durchsetzen konnte. Kilz’ Teamkollegen kompensierten ihre Griffprobleme, ohne freilich voll überzeugen zu können. “Wir haben das Nötigste getan und sind froh, das Viertelfinale erreicht zu haben”, so Trainerin Seidler.
Zufriedenheit herrschte denn auch bei der abendlichen HSV-Weihnachtsfeier in Unterkaka. Besonders bei Kreisläufer Sascha Kluge, der den Tombola-Hauptpreis – eine Ballonfahrt – und damit quasi einen zusätzlichen Höhenflug abräumte. “Ungeschlagener Tabellenführer der Sachsen-Anhalt-Liga mit nur einem Minuspunkt, im Pokal noch im Rennen – die Saison konnte für uns bislang kaum besser laufen”, freute sich Vereinsvorsitzender Sascha Krieg, der aus aktuellem Anlass auch das “Klister-Management” der hiesigen Kreisverwaltung lobte. “Wir dürfen zum Glück in der Sporthalle Seminarstraße Haftmittel verwenden. Wenn es Überhand mit dadurch verursachten Verschmutzungen nimmt , beteiligen wir uns an den Reinigungskosten”, so Krieg.
Auch im “Euroville”, der zweiten Heimspielstätte der HSV-Männer, darf – allerdings wasserlösliches – Spezialwachs verwendet werden. Dort bestreiten die Burgenländer bereits am 7. Januar gegen Einheit Halle II ihre nächste Partie in der Sachsen-Anhalt-Liga, und eine Woche später wartet dann bereits auswärts das Gipfeltreffen mit dem ärgsten Verfolger Landsberger HV.
Deshalb gibt Ines Seidler ihren Schützlinge über die bevorstehenden Feiertage auch kein trainingsfrei. “Das können wir uns vor dieser vielleicht schon vorentscheidenden Phase der Saison einfach nicht leisten”, sagt sie. Zumal sich die Landsberger jetzt ganz auf die Meisterschaft und den Titelkampf konzentrieren können. Sie verloren ihre Achtelfinalpartie im HVSA-Pokal am Sonnabend beim Liga-Konkurrenten in Langenweddingen mit 25:29.
HSV Naumburg-Stößen: Sandro Zacher, Tobias Beyer, Eric Reitmeyer; Paul Engelmann 1, Sascha Kluge 4, Ants Benecke 3, Tobias Seyfarth 9, Thomas Slamka, Marcus Deibicht 4, Christian Lange 1, Tobias Ufer 6, Marcel Kilz.